Ausbildungsphilosophie

„Gib Gas, sonst denken die anderen, dass du ein Lahmarsch bist. Mach schneller, sonst provozierst du deinen Hintermann zu riskanten Manövern!“


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Welcher Autofahrer kennt diese Gedanken vorauseilender Unterwerfung nicht. Aber sind wir nicht alle Hintermänner? In ängstlicher Ergebenheit treiben wir uns gegenseitig an und schon zementieren wir selbst, was uns unabänderlich scheint: den Teufelskreis des schnellen Verkehrs.
 
Wer ihm nicht in blindem Gehorsam erliegen soll, der braucht Mut, moralische Unterstützung, Einsichten in menschliche Verhaltensmuster und in die Bedingungen unseres Verkehrssystems. Und dies versuchen die Berliner Fahrschulen von Verkehr human ihren SchülerInnen in der Fahrausbildung mitzugeben.
Natürlich müssen FahrschülerInnen auch bei Verkehr human alle gesetzlich geforderten Verkehrsvorschriften lernen. Aber Vorschriften ersetzen nicht das selbständige Denken und erteilen auch kein Denkverbot.
 
Wo 50 km/h erlaubt und schon lange üblich sind, kann dies unter heutigen Verkehrsbedingungen und nach heutigem Wissensstand dennoch unangemessen sein.
 
Weder Regeln noch massenhafte Gewohnheiten nehmen dem Autofahrer die individuelle Verantwortung für die sozialen und ökologischen Folgen seines Handelns ab. Daher werden in der Ausbildung bei Verkehr human die problematischen Aspekte des Autoverkehrs nicht ausgeklammert.
 
Das Wissen um Lärm- und Schadstoffemissionen, um die Folgen des Verkehrs für unsere Gesundheit und für unsere Wohn- und Lebensqualität ist notwendige Voraussetzung für eine verantwortliche Nutzung des Autos.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass Umweltwissen nicht automatisch zu umweltschonendem Verhalten führt. Auch unser Fahrverhalten wird oft weniger durch Wissen und rationale Überlegung beeinflusst als durch unsere Gewohnheiten und Emotionen. Um diese wichtigen Einflussgrößen für die SchülerInnen zugänglich und kontrollierbar zu machen, werden Unterrichtsmethoden entwickelt, die auf der unmittelbaren Erlebens- und Verhaltensebene ansetzen und bei denen auch emotionale Bedingungen zur Sprache kommen.
 
Allein in Deutschland erwerben pro Jahr fast eine Million junge Leute die Fahrerlaubnis. In ihrer umfassenden Vorbereitung liegt die Chance, unserer Gesellschaft auch in Zukunft große individuelle Mobilität bei höchstmöglicher Lebensqualität zu sichern.

Verkehr human entwickelt deshalb Konzepte für eine erweiterte Mobilitätsbildung. Straßenverkehr wird dabei als soziales System betrachtet, in dem Menschen miteinander klarkommen und unterschiedlichste Interessen berücksichtigen müssen. Dies erfordert eine Auseinandersetzung mit grundlegenden Themen, wie sie die folgenden Fragen verdeutlichen:


  • Welche sozialen und ökologischen Belastungen erzeuge ich durch Autofahren?

  • Wie kann ich sie reduzieren?

  • Wo liegen meine Leistungsgrenzen beim Fahren?

  • Gilt im Straßenverkehr eine andere Moral als sonst in unserer Gesellschaft?

  • Wie gehe ich im Sog von Massengewohnheiten mit meiner eigenen Verantwortung um?
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    Welche Strategien kennzeichnen meine Zeitplanung?
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    Wie gestalten wir den Verkehr der Zukunft?