Presseauszüge
Die andere Fahrschule: Gas geben statt rasen
"Wir
versuchen, den Leuten ein Gefühl für die Kosten des Straßenverkehrs zu
geben" sagt Michael Walk, während eine Gruppe junger Fahrschüler gespannt auf
ihren ersten Einsatz wartet. Der beginnt jedoch nicht zwangsläufig in einem der
bivalenten Fiat Multipla oder Marea. Zum Programm gehört einiges, was auf den
ersten Blick seltsam anmuten mag: Zu Fuß machen sich die Schüler in Gruppen auf
den Weg durch die Innenstadt und lauschen auf den Lärm; manchmal machen sie die
Augen zu und lassen sich über die Straße führen; sie kneten Tonfiguren und
spielen ein Spiel, bei dem fünf Personen schweigend ein Puzzle zusammensetzen.
"Übungen, die auf das Verhalten im Straßenverkehr zielen. Sprachlos müssen
sie sich ja auch als Autofahrer verständigen", sagt der Psychologe Walk,
der zusammen mit dem Fahrlehrer Lothar Taubert seit 1997 in Berlin die Akademie
Verkehr human betreibt. Zusammen bieten sie Seminare und Schulungen zu
ökologischem und sozial verträglichem Verkehrsverhalten an.
Hervorgegangen ist das
Unternehmen aus einem Projekt der Technischen Universität Berlin, in dem es um
Verkehrserziehung ging - insbesondere um Ideen für einen Fahrschulunterricht,
der sich nicht auf Hinweise zur Bedienung von Gaspedal und Wagenheber
beschränken sollte. Als der Senat aber den Rotstift ansetzte, haben Walk und
Taubert sich selbstständig gemacht. Seit Juni dieses Jahres setzt man bei
Verkehr human nun ausschließlich auf Erdgasfahrzeuge. Zusammen mit der Berliner
GASAG als Projektpartner soll neben der theoretischen und praktischen
Fahrschulausbildung ein breites Aktionsprogramm auf die Vorteile des
Erdgasantriebs aufmerksam machen. ,,Trotz unbestreitbarer ökologischer und praxisökonomischer
Vorteile gibt es bei den Menschen Vorbehalte und Berührungsängste
gegenüber dem Erdgasantrieb", meint Walk. ,,Fahrschulen bieten eine
flächendeckende Infrastruktur, um Neuerungen und Informationen zu
vermitteln."
Verkehr human bietet deshalb
neben Einzel- und Gruppenterminen auch Informationsveranstaltungen für andere
Fahrschulen und deren Schüler an. Zusätzlich präsentiert man die
Erdgasfahrzeuge auf öffentlichen Veranstaltungen und ruft Aktionstage ins
Leben. ,,Wesentlich für alle Aktivitäten ist, dass die Teilnehmer unmittelbare
Erfahrungen im Umgang mit Erdgasfahrzeugen machen können. Nichts kann
individuelle Vorbehalte so nachhaltig verändern wie konkretes
Alternativverhalten" sagt Psychologe WaIk. Thematisiert werden bei allen
Aktionen die technischen Daten des Erdgasantriebs sowie Organisations- und
Kostenaspekte. Aber auch Einfluss und Auswirkungen individueller
Verkehrsgewohnheiten für Wohnumfeld und Umwelt stehen im Mittelpunkt. Ergänzt
werden diese theoretischen Aspekte durch Sicherheitsdemonstrationen des
Erdgasantriebs, Geruchsproben oder Lärmdemonstrationen und Lärmmessung. Walk:
,,Solche Elemente vermitteln unmittelbar und eindrücklich, dass die zunehmende
Nutzung von Erdgasfahrzeugen auch die Lebensqualität im eigenen Wohnumfeld
verbessert und dass diese auch von den eigenen Verkehrsgewohnheiten mitbestimmt
wird." Die Verkehr human GmbH sucht weitere Kooperationspartner zur
Initiierung analoger Startprojekte in anderen Regionen. Insbesondere
Fahrschulen sind nach Meinung von Michael Walk zur systematischen Förderung des
Erdgasantriebs geeignet. Sie stehen Modell für den praktikablen Einsatz von
Erdgasfahrzeugen und sind regionale Anlaufstellen, um Menschen praxisorientiert
über den Erdgasantrieb aufzuklären.








